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In vielen euro-asiatischen Kulturen ist der Apfel ein Symbol für Liebe und
Leben. In Märchen und Mythen wird vom Paradiesbaum erzählt, dessen Früchte
ewiges Leben versprechen. In der christlichen Symbolik hat der Apfel eine zwiespältige
Bedeutung: zum einen hält Maria in der Kirchenkunst den Leben spendenden Apfel
als Himmelsfürstin in der Hand, zum anderen wird ihm durch den Sündenfall
im Paradies die Bedeutung von Sünde und Verderben zugesprochen.
Seit langem gehört der symbolträchtige Apfel auch zum Weihnachtsfest, dem
Fest der Liebe. Mit dem Weihnachtsbaum im vorletzten Jahrhundert hielt der rote Weihnachtsapfel
neben Gebäck und Kerzen Einzug in die Weihnachtsstuben. Für die einen war
er die bis Weihnachten sorgsam gehütete "Süßigkeit" für
den Weihnachtsteller. Ganz häufig wurde hierfür die Goldparmäne aufbewahrt,
ein schön geformter, fester, goldener Apfel von edlem Aroma.
Die anderen wollten den Apfel zum Schmücken des Weihnachtsbaums. Klein mussten
die Früchte sein, damit sie die Tannenzweige nicht zu tief herunterzogen. Ein
langer Stiel war nötig, damit ein Band daran befestigt werden konnte. Und leuchtend
rot, wie die Farbe der Liebe, sollten sie sein. Blank poliert an einem silbernen oder
goldenen Band befestigt, hingen sie im Weihnachtsbaum und verströmten den ganz
besonderen Weihnachtsduft.
Zu den bekanntesten Weihnachtsäpfeln zählen die Sorten: "Purpurroter
Cousinot", "Rote Sternrenette" und "Roter Pison" , eine verballhornte
Übersetzung des Wortes Taubenapfel. Jede Region hatte vermutlich ihren "Weihnachtsapfel",
einen roten Apfel, der mindestens bis Neujahr hielt. So kennt man in Deutschlands nordöstlichstem
Zipfel auch den "Schaalbyer Rosen" als Weihnachtsapfel, der durch die Fernsehsendung
Landpartie mit Heike Götz eine vorübergehende Berühmtheit wurde.
Der leicht eiförmige Cousinot ist wohl der bekannteste Weihnachtsapfel in Norddeutschland.
Der relativ kleine Baum war früher als Weihnachtsapfelbaum in vielen Bauerngärten
Schleswig- Holsteins anzutreffen. In sonnenreichen Jahren ist er leuchtend rot. Steht
er mehr im Schatten bleibt er dort blass. Das süße Fruchtfleisch der kleinen
Renette ist weiß, leicht rot durchzogen.
Die "Rote Sternrenette" hat im Gegensatz zur vorher genannten eine flachrunde
Form und ist, was den Geschmack betrifft, der edlere unter den Weihnachtsäpfeln.
Die runde Renette trägt ihren Namen von den kleinen sternförmigen Punkten,
die die rote Schale übersäen. Das Fruchtfleisch ist ähnlich wie beim
"Purpurroten Cousinot" rot geädert.
In Jütland ist der "Rote Pison" oder "Rote Wintertaubenapfel"
(Pigeon) noch heute als Weihnachtsapfel begehrt und auch im nördlichen Schleswig-Holstein
bekannt. Auf plattdeutsch heißt er hier "Püsson". In der Vorweihnachtszeit
wird er im dänischen Nachbarland mancherorts sogar wieder in Supermärkten
angeboten. Er ist der glänzendste unter den Weihnachtsäpfeln.
Unter den regional bekannten Weihnachtsäpfeln spielt der aus Schaalby an der Schlei
in Schleswig-Holstein, stammende "Schaalbyer Rosen" oder auch "Satrupholmer
Weihnachtsapfel" mit seinem leuchtenden Rot eine besondere Rolle. Die Früchte
sind länglich und klein und lassen den meist kleinwüchsigen Baum im Herbst
wie einen blühenden Rosenstrauch erscheinen.
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