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Wenn sich im Juni hier im Norden von Schleswig-Holstein die Sommersonnenwende nähert,
dann zeigen die Beeren Farbe. Weiter im Süden hat um Johanni (24. Juni) die Ernte
längst begonnen. Wir müssen, bedingt durch das kühlere Meeresklima,
dann noch 2-3 Wochen warten, bis auch wir mit der Ernte der Frühsorten beginnen
können. Johannisbeeren - da fallen mir Kindheitsgeschichten aus dem Sauerland
ein:
Dicht und hoch standen die etwa 20 jährigen knorrigen Sträucher, so dass
wir uns als Kinder Anfang der 50er Jahre leicht darin verstecken konnten. Und gerne
versteckten wir uns, wenn im späten Frühjahr die oberen Früchte an den
Trauben sich verfärbten. Dann kamen auch die anderen Kinder aus der Straße,
um von den Beeren zu naschen, vor allem von den weißen, denn die gab es weit
und breit nur bei uns, d.h., im Garten meiner Großeltern. Und wir waren uns einig:
Die Weißen schmeckten am besten. Das lag wohl daran, dass sie nicht ganz so sauer
waren, wie die roten, aber sicher auch an ihrem Seltenheitswert im Dorf, denn als Erwachsener
konnte ich keinen wesentlichen Geschmacksunterschied mehr zwischen unseren weißen
und roten Johannisbeeren ausmachen.
Meine Großeltern waren verärgert, wenn sie uns in den heranreifenden Johannisbeeren
erwischten (wir rissen oft auch die unreifen Früchte ab und nutzten sie als Blasrohrgeschosse)
und vertrieben uns laut schimpfend aus dem Garten.
Wenn dann etwa Anfang Juli auch die untersten Beeren an den Trauben reif
waren, wurde geerntet. Davon waren wir nicht ausgeschlossen. Getrennt nach roten, weißen
und schwarzen Früchten standen die Beeren später in der Küche, um nach
unterschiedlichen Methoden verarbeitet zu werden: Zum einen brachte meine Großmutter
die sorgfältig abgestreiften Früchte mit etwas Wasser zum Kochen. Nach dem
Erkalten wurden sie von meinem Vater mit einer kleinen Spindelpresse entsaftet. Die
andere Verarbeitungsart war viel faszinierender für uns: Die gewaschenen Trauben
wurden mit "Stumpf und Stiel" durch einen fleischwolfähnlichen Entsafter
gedreht, unten lief der Saft und vorne drückten sich die fast trockenen schön
gefärbten Pressrückstände heraus. Wenn wir versuchten, die herausquellende
"Wurst" mit den Fingern zu berühren, dann knurrte die Großmutter,
denn noch waren die Rückstände kein Abfallprodukt. Mit Wasser wieder aufgesetzt
und erneut ausgepresst, war damit die Grundlage für die allsommerliche "Sago-Rote-Grütze"
geschaffen, an der uns (mangelsZucker) am besten die dicke Vanillesoße schmeckte.
Erst dann - als farblose Masse - landeten die Johannisbeerrückstände auf
dem Kompost.
Aus der ersten Pressung wurden Säfte und vor allem Gelee für
die Großfamilie hergestellt. Reines Johannisbeergelee gab es nur von den schwarzen
Früchten. Die roten und weißen wurden, um letztlich auch Zucker zu sparen
mit einer Zugabe von Himbeersaft oder anderen Säften aromatisiert und mit Opekta
zur Starre gebracht. Johannisbeerwein wurde, wie bei einigen Nachbarn, in unserem Hause
nicht hergestellt. Dafür waren in unserem Hause die Beeren "zu schade".
Die Johannisbeere Ribes aus der Familie der Steinbrechgewächse kommt weltweit
in etwa 150 Arten vor. Davon sind nur 6 Arten ursprünglich in Europa heimisch.
Von diesen sind wiederum 3 Arten die Vorfahren unserer vor allem älteren Sorten:
Ribes vulgare aus Westeuropa (Frankreich und Belgien) Ribes petraeum aus Osteuropa
Mittel- und Hochgebirge) und Ribes nigrum, die als stark riechende Wildart hier im
Norden die Moorränder besiedelt und bis hinauf nach Skandinavien und Sibirien
zu Hause ist. Die Züchtungen aus Ribes petraeum sind die robusteren, wie z.B.
die "Rote Holländische" oder die "Rote Vierländer"
Erst im Mittelalter, lange nach Apfel und Birnen wird die sehr vitamin-C-haltige Johannisbeere
als Kulturpflanze in der Literatur erwähnt. Das bedeutet nicht, dass sie nicht
schon vorher genutzt wurde. Weit verbreitet ist ihr Name "Johannisbeere".
In anderen Regionen spricht man auch von Ribisel, Träuble oder Meertrübeli.
Die Blüten-Traube des i.a. selbstfruchtbaren Strauches im Frühjahr ist gelblich
grün, unscheinbar, spätfrostgefährdet. Die Bestäubung erfolgt durch
Insekten (Bienen, Hummeln), wobei das Zusammenstellen unterschiedlicher Sorten den
Fruchtansatz deutlich erhöhen kann.
Sorten
Aus Selektionen und Kreuzungen entstanden die heutigen Sorten. Von diesen
haben wir eine ganze Reihe im Produktionsprogramm der Baumschule, die hier mit ihren
Vorzügen und Nachteilen vorgestellt werden sollen.
Unter den roten Sorten sei an erster Stelle die altbekannte "Rote
Holländische" genannt. Handelt es sich um eine hellrote und eher saure
Frucht, so zeichnet sich der Busch durch seine Wüchsigkeit und Robustheit, bzw.
Anspruchslosigkeit aus. Zudem hängen die Früchte fest. Sie ist weit verbreitet
und stand insgesamt 40 Jahre im Garten meiner Großeltern.
Früher als die Holländische kommt die alte Sorte "Rote Vierländer"
mit langen Trauben und großen dunkelroten Beeren. Die Früchte sind milder
und aromatischer als der Holländischen und für den Hausgarten gut geeignet,
daher auch bei unseren Kunden beliebt.
Großfrüchtig, langtraubig und gesund ist auch die Sorte "Heros".
Allerdings ist sie bei uns empfindlich gegen Spätfröste und "verrieselt"
leicht, d.h., sie lässt die Beeren oder einen Teil vor der Reife fallen
Unter den alten Sorten soll auch "Fay's Fruchtbare" hervorgehoben
werden, die lange als die Beste unter den Roten galt. Sie gehört zu den frühreifen,
ist großfrüchtig, benötigt aber nährstoffreichen Boden, intensivere
Pflege und leidet unter der Blattfallkrankheit, d.h., im August steht Fay's oft schon
ohne Laub im Garten.
Kräftig im Wuchs mit langen dicht besetzten Trauben und mit sehr aromatischen
und milden Beeren, fast gleich in der Reifezeit mit "Fay's" ist die Johannisbeere
"Jonkheer van Tets". Auch sie verlangt gute Böden und warme Lagen
und neigt hier im Norden zum Verrieseln.
Interessant ist die Sorte "Heinemanns Spätlese", die lange, dicht
besetzte Trauben hat und sauer, aber aromatisch schmeckt. Sie wird als letzte reif
und hält die Früchte in unseren Breiten bis spät in den September
Als letzte der Roten soll noch die amerikanische "Red Lake" (1933)
beschrieben werden. Sie zählt zu den schmackhaften, milden Sorten und ist in der
Kultur nicht sehr anspruchsvoll.
Auf die neueren Sorten wie Rotet, Rovada, Rondom, Rolan, Stanza, die z.T. im Erwerbsanbau
zu finden sind, soll hier nicht eingegangen werden.
Die weißen Johannisbeeren, die manchmal auch mit einem Stich
ins Gelbliche oder Rosafarbene vorkommen (als Abkömmlinge der Ribes rubrum) nennen
sich botanisch Ribes sativa. Als die mir wichtigste möchte ich die aufrecht wachsende
"Weiße Langtraubige" nennen, die auch im Garten meiner Großeltern
stand. Sie hat lange, meist nicht sehr dicht besetzte Trauben, ist mittelfrüh
mit hohem Ertrag. Die großen Beeren schmecken mild. Die Sorte leidet etwas unter
der Blattfallkrankheit.
Als sehr alte Sorte aus der Lausitz sei an 2. Stelle die "Weiße aus Jüterbog"
genannt. Mit ihren mittellangen Trauben und nicht so großen säuerlich aromatischen
Beeren wurde diese Johannisbeere oft für die Weinproduktion bevorzugt. Sie hat
keinen großen Anspruch an Boden und Klima, verrieselt aber nach Spätfrösten.
Die dritte und letzte alte weiße Sorte ist die klassische 150jährige "Weiße
Versailler". Sie hat mittellange Trauben, kleine bis mittelgroße Beeren
mit mildem Aroma, allerdings auch mit vielen Samen. Sie ist vergleichsweise robust,
kommt aber mit der Ernte später, als die beiden anderen Weißen. Als Weinsorte
wird sie geschätzt.
Die schwarze, hoch vitamin-C-haltige Johannisbeere, Ribes nigrum,
ist auf Grund ihres strengen Geschmacks für den Frischverzehr weniger geeignet.
Allerdings spielt sie in im Erwerbsobstbau und für die industrielle Weiterverarbeitung
eine große Rolle. Für den Hausgarten sollen nur 3 Sorten kurz vorgestellt
werden:
1. Rosenthals Langtraubige (oder Boskoop Giant) hat große tiefschwarze
Beeren, das typische kräftige Aroma und ist frühreif. Sie benötigt möglichst
eine andere schwarze Sorte zur Erhöhung des Behanges und ist anfällig für
Johannisbeerrost.
2. Silvergieters wächst kräftig, hat locker angeordnete mittellange
Trauben und große Beeren. Sie ist hier die Nummer 1 unter den Schwarzen Johannisbeeren.
Sie ist selbstfruchtbar , leider aber auch für Johannisbeerrost und Vorfruchtfall
empfänglich .
3. Ometa, eine Massenträgersorte, die zu den neueren Züchtungen gehört
und mit langen Trauben und mittelgroßen Beeren später als die beiden anderen
Schwarzen zur Reife kommt. Auf Grund ihrer besonderen Krankheitsresistenzen wird sie
für den ökologischen Anbau empfohlen.
4. Titania eine großfrüchtige mittelfrühe und ertragreiche Sorte
aus Schweden. Beeren fallen bei Reife nicht ab. Die Sorte wächst stark und hat
keine besonderen Ansprüche an den Standort.
5. Ben Sarek. Die Sorte wächst kräftig und bringt hohe Erträge.
Sie hat mittellange Trauben mit relativ großen säuerlichen Beeren. Wertvolle
Sorte für den Hausgarten.
Kultur
Vermehrung
Johannisbeeren lassen sich leicht vermehren. Im September werden gut ausgereifte Triebe
geschnitten und auf 16-18 cm lange Stücke leicht schräg , dicht an der Knospe
geschnitten. Alle Blätter werden entfernt. Die Steckhölzer werden leicht
schräg so tief in den Boden gesetzt, dass nur noch die oberste Knospe sichtbar
bleibt. Bei genügend Feuchtigkeit und Wärme wurzeln die Steckhölzer
noch vor dem Winter.
Oder die Steckhölzer werden noch vor Wintereinbruch geschnitten, auf die oben
angegebene Länge gebracht, gebündelt und in feuchtem Sand liegend frostfrei
überwintert. Im Frühjahr werden sie, oft schon bewurzelt, wie bei der Herbstvermehrung
leicht schräg gepflanzt.
Die Erfahrungen zeigen, dass Sträucher den oft kurzlebigen und fragilen Hochstämmen,
auf Ribes aureum/Goldjohannisbeere veredelten vorzuziehen sind.
Pflanzabstände
Im Garten sollte man den Abstand zwischen den etwa 8 triebigen Sträuchern in beide
Richtungen bei 1,50 m halten. Als so genannte Heckenpflanzung, bei der ich die Triebe
pro Strauch auf maximal 3 reduziere, kann der Pflanzabstand bis auf 80 cm in der Reihe
verringert werden. Der Zwischenraum zwischen den Reihen wird im Erwerbsobstbau so breit
gehalten, dass eine maschinelle Bodenpflege möglich ist.
Pflanzzeit der wurzelnackten Johannisbeere ist der Herbst bis zum Winterreinbruch oder
das Frühjahr bis Mitte April. In der Baumschule sind unterschiedliche Qualitäten/Stärken
erhältlich: 3-4 , 5-8 oder mehr Triebe. Die mittlere Qualität ist für
die Einzelpflanzung i.a. ausreichend.
Wähle ich nun den Strauch oder das auf Goldjohannisbeere (Ribes aureum) veredelte
Stämmchen, das in unterschiedlichen Höhen angeboten wird? Unsere Kunden bestätigen
hier unsere Erfahrungen: Stämme vergreisen früher und brechen nicht selten
durch starken Fruchtbehang (bzw. mangelnde Befestigung) zusammen. Wir raten deshalb,
vorzugsweise Sträucher zu pflanzen.
Boden
Bezüglich der Bodenansprüche ist es erstaunlich, wie bescheiden und unbeachtet
Johannisbeeren in vielen Gärten gute Erträge bringen. Einige Sorten sind
allerdings etwas anspruchsvoller und verlangen intensivere Bodenpflege: "Fays
Fruchtbare", "Heros", "Jonkheer van Tets". Beim Kauf sollten
die Bodenansprüche der Sorten Beachtung finden.
Die Johannisbeere ist ein Flachwurzler, kann deshalb auf leichteren Böden bei
Trockenperioden in Not geraten. Es empfiehlt sich, den Boden unter den Sträuchern
mit Kompost, organischen Abfällen, bzw. Holzhäcksel zu mulchen, ihn damit
feucht und locker zu halten und gleichzeitig wertvollen Humus nachzuliefern. Nur auf
nährstoffreicheren (anlehmigen und lösshaltigen) Böden kann auch Stroh
genommen werden , welches im Verrottungsprozess bekanntermaßen dem Boden Stickstoff
entzieht.
Obwohl sich Ribes in der Wildform bis weit in nasse Standorte vorwagt, reagieren die
Kulturformen empfindlich auf Staunässe.
Düngung
Für eine Gabe von organischem Dünger (z.B. verrottetem Mist) im Herbst ist
die Johannisbeere sehr empfänglich. Meine Großeltern trugen darüber
hinaus im Winter einen Teil der Holzasche aus dem Ofen in den Garten und streuten ihn
auch unter die Johannisbeersträucher. Alle 3 Jahre wurde auch langsam löslicher
Kalk gestreut. Dieses Muster haben wir übernommen und wenden es mit Erfolg an.
Schnitt
Unbeschnittene Johannisbeersträucher werden schnell zu dicht, die Beeren bleiben
klein.
Triebe, die bei den roten und weißen Johannisbeeren maximal 4 jährig und
bei den schwarzen 2 jährig sind, werden nach der Ernte oder im folgenden Winter
in der frostfreien Zeit unten an der Basis entfernt. Dies gilt auch für die schwachen
Triebe.
Dieser "Radikalschnitt" regt das Wachstum neuer Triebe an und sorgt für
eine ständige Verjüngung und Erhaltung. Der Strauch sollte nicht mehr als
8 relativ aufrecht stehende Basistriebe haben, die an ihren oberen Enden Seitentriebe/
Fruchtholz bilden, an denen sich die Beeren ausbilden. Auch diese Seitentriebe werden
gekürzt, bzw. bei zu großer Dichte des Strauches so weit reduziert, dass
Licht bis hinunter an die Basis dringen kann. Durch Fruchtbehang heruntergezogene,
am Boden liegende Triebe sollten ebenfalls entfernt werden.
Der Schnitt beim Stämmchen erfolgt entsprechend, wobei darauf geachtet werden
muss, dass die Krone mit Ihrem Behang nicht zu schwer wird.
Bei der Hecken- oder Spalierkultur, bei der 2-3 Triebe verbleiben, wird durch den Schnitt
die Bildung der Seitentriebe und des Fruchtholzes gefördert. Vorteil dieser Kulturform
ist eine bessere Belichtung und weniger Platzbedarf.
Krankheiten, Schädlinge und ihre Behandlung
Schadeinflüsse
Spätfröste, Kälte während der Blüte, Trockenheit führen
zum Verrieseln oder Abfallen der Blüten oder halbreifen Früchte. Abhilfe:
Frostschutz und Bewässerung
Kaliummangel: Blätter vertrocknen vom Rand her und fallen ab. Zeichen von Trockenheit.
Abhilfe: Wässern, Mulchschicht erneuern, Gaben von Holzasche und Beinwell
Pilzliche Krankheiten
Johannisbeerrost oder Säulenrost. Auf der Blattunterseite bilden sich gelb-orange
Pusteln, die sich anschließend zu länglichen Anhängseln entwickeln.
Die Blattoberseite verfärbt sich fleckig und vergilbt. Die Blätter werden
oft schon zur Ernte braun und fallen ab.
Wie bei anderen Rostpilzen hat der Johannisbeerrost einen Zwischenwirt: Die Weymouthskiefer.
Abhilfe: Entfernen der Weymouthskiefer, falls das nicht möglich ist, Spritzen
mit Schachtelhalm- und Wermuttee ab Austrieb
Rotpustelpilz. Der Befall ist an kleinen rötlichen
Fruchtkörpern in der Rinde zu erkennen, die vor allem das ältere Holz der
Johannisbeere befallen. Empfindlich ist die Sorte Jonkheer van Tets.
Abhilfe: Bei regelmäßiger Schnittpflege und der Vermeidung von "Holzstummeln"
verschwindet der Pilz
Blattfallkrankheit. Laublose Johannisbeersträucher
im August zeugen von dieser Pilzkrankheit. Abkömmlinge von Ribes vulgare, wie
Fays Fruchtbare und Langtraubige
Weiße sind besonders von diesem Pilz gefährdet. Erste Erkennungsmerkmale
sind Flecken auf den Blättern, die sich rasch vermehren. Die Blätter werden
fahlgelb und fallen ab.
Abhilfe: Vermeidung hoher Stickstoffgaben, Verhinderung extremer Standortbedingungen
(zu naß, zu trocken, zu kalt)
Mehltau. Lang anhaltende Trockenperioden fördern
die Entwicklung dieses bei der Stachelbeere häufig beobachteten Pilzes, vor allem
auf den Blättern der schwarzen Johannisbeere. 100%ig mehltauresistente Sorten
sind mir nicht bekannt. Einige neuere Sorten zeichnen sich durch Robustheit aus: Leandra,
Fertöder, Ometa.
Abhilfe: Sträucher auslichten, Triebspitzen entfernen, keine hohen Stickstoffgaben
geben, Bio-Blatt-Mehltaumittel vorbeugend ausbringen.
Tierische Schädlinge
Kleine Johannisbeerlaus: Befall in Kolonien
auf der Blattunterseite. Erzeugt eine Triebstauchung mit rosettenartig aufgestellten
Blättern.
Abhilfe: Befallene Triebspitzen entfernen und Vernichten, Einsatz von Neem-Präparaten
und Rapsöl.
Johannisbeerblasenlaus. Sie sitzt in Kolonien unter dem Blatt. Durch ihr Saugen wölbt
sich das Blatt blasenartig auf und verfärbt sich bräunlich. Im Sommer wechselt
der Schädling den Wirt, wandert auf Lippenblütler, um im Herbst zurückzukehren
und die Eier an den Trieben der Johannisbeere abzulegen.
Abhilfe: Spritzung mit Rapsöl
Glasflügler: Legt die Eier gegen Ende
Mai an Holzwunden und Knospen. Gelbweiße Larve frisst sich ins Mark der Triebe
und Ruten und bringt sie zum Absterben. Befällt auch Himbeeren.
Abhilfe: Abschneiden der befallenen Triebe und Vernichtung.
Gallmilbe. An schwarzen Sorten. Zu erkennen
durch "Rundknospen", die den Gallmilben als Überwinterungsort dienen
und die sie zerstören. Nach dem Austrieb befallen die Milben den Neuaustrieb.
Abhilfe: Rundknospen im zeitigen Frühjahr entfernen, Rainfarntee sprühen
Vogelfraß. Abhilfe: Mit engmaschigem
Netz so abdecken, dass sich die Vögel nicht im Netz verfangen können
Die Johannisbeere ist eine noch bekannte und verbreitete Kulturpflanze.
Sie ist in ihrem Bestand nicht bedroht und gehört in Bezug auf Anspruch und Pflege
zu den einfacheren Nutzpflanzen in unseren Gärten.
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